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DRM und DRM+ sind Systemvarianten der DRM-Familie
DRM, Digital Radio Mondiale, das 1998 gegründete gleichnamige internationale Konsortium entwickelte ein digitales Übertragungssystem für den AM-Bereich, also Lang-, Mittel- und Kurzwelle (bis 30 MHz), und führt dieses System weltweit ein. Derzeitig fokussieren sich die Entwicklungen auf DRM+, einem digitalen System für den FM- Bereich. DRM und DRM+ sind die beiden Systemvarianten der DRM Familie. Sie unterscheiden sich im nutzbaren Frequenzbereich, DRM für den AM-Bereich und DRM+ für den FM-Bereich. DRM+ ist daher nicht als Nachfolger sondern als Erweiterung des DRM-Standards zu sehen.
Was leistet DRM+
DRM+ ist das zukünftige Ablösesystem für den analogen Hörrundfunk im FM-Bereich. DRM+ ist ein eigenständiges digitales Sendesystem und nicht verknüpft mit FM, baut somit auch nicht auf gewachsene FM-Strukturen auf, die dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vielfach die bessere frequenztechnische Ausstattung geben. In der digitalen Welt dürfen diese Nachteile für den privaten Hörfunk nicht weiter bestehen. Als rasterkonformes System kann DRM+ in das FM-Band eingeplant werden und zwar in Frequenzbereichen 87,5 bis 108 MHz, 47 MHz bis 68 MHz (Band I), 65,8 MHz bis 74 MHz (OIRT FM Band) und 76 MHz bis 90 MHz (FM Band Japan). Mit der Bandbreite von 96 kHz kann DRM+ in einem Multiplex ein bis vier Programme, Audio, Video oder Daten übertragen. So z. B. zwei hochwertige Stereoprogramme mit je 64 kbit/s und zusätzlich zwei sprachorientierte Programme oder Datendienste mit je 24 kbit/s, insgesamt bis zu 186 kbit/s bei Nutzung des modernen Codierungsverfahrens MPEG-4 HE AAC. Neben einer störungsfreien Einplanung in das FM-Band durch flexible Anpassung der Sendeleistung und Sendefrequenz, kann DRM+ durch Variation der technischen Parameter wie Coderate auf die Anforderungen des jeweiligen Programmanbieter in Bezug auf Datenrate, und somit auch auf Reichweite, reagieren. Die hohe Spektrumseffizienz von 1,9 bit/sec/Hz gewährleistet einen sorgfältigen Umgang mit der Ressource Frequenz. Im Einführungszeitraum von DRM+ kann ein Multiplex auch von zwei Programmanbietern, die dann zusätzlich jeweils zwei digitale Programme verbreiten können, genutzt werden. Durch eine Alternativ-Frequenz-Umschaltung ist die automatische Umschaltung auf die DRM+ Frequenz, bei vorheriger Wahl der FM-Frequenz möglich; der Programmanbieter „behält“ also seine bekannte FM-Frequenz, der Rezipient nutzt somit automatisch immer den qualitativ höchsten Übertragungsweg. Eine Surround-Option und die Möglichkeit der Datenübertragung wie z.B. der Nachrichtendienst Newsservice Journaline sind im Standard vorgesehen. Zur Sendeleistung kann aus heutiger Sicht grob abgeschätzt werden, dass die DRM+-Leistung bei Übertragung der vollen Datenrate von 186 kbit/s gegenüber FM nur noch rd. 10% bei gleicher Reichweite beträgt.
Der Digitale Umstieg
In Staaten, in denen das UKW-Spektrum nur mit wenigen Sendern belegt ist, kann die Digitalisierung des Hörfunks problemlos mit DRM+ erfolgen, da sowohl große Gebiete mittels Gleichkanalnetzen (überregionale Programme) als auch lokale Gebiete mit Einzelfrequenzen versorgt werden können. In Deutschland kann eine Digitalisierung sämtlicher Hörfunkprogramme im eng belegten FM-Bereich bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der analogen Aussendungen (Simulcast im FM-Band) nicht erfolgen. Die Digitalisierung des terrestrischen Hörfunks kann daher im ersten Schritt nur im Band III mit dem Ausstrahlungsstandard Eureka 147 und der wirtschaftlichen Versorgung großer Flächen beginnen. Gemäß den heutigen Planungen soll der digitale Neustart 2009/2010 erfolgen. Lokale und regionale Veranstalter und auch Programmanbieter mit Regionalfenstern werden im zweiten Schritt dabei sein, wenn im FM-Band DRM+ Sender den Betrieb aufnehmen können. Ein konsequenter Schritt bei der Digitalisierung des terrestrischen Hörfunks wären Planungsansätze zur zukünftigen Freischaltung von Teilen des FM-Bereichs, um allen Programmanbietern die gleichen technischen Möglichkeiten wie z.B. Bildübertragung oder Zusatzinformationen zum Hörfunkprogramm zu ermöglichen. Wann das der Fall sein könnte, hängt möglicherweise von der Einführung des Digitalen Hörfunks im Band III ab und wird bestimmt nicht schon morgen erfolgen können.
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