Deutsches DRM Forum

DRM: Technische Aspekte des Rundfunksystems

DRM ist weltweit der einzige offene Standard für das digitale Radio auf Kurzwelle, Mittelwelle und Langwelle und wurde durch ITU, IEC und ETSI bestätigt.
DRM ist das einzige universelle und offene Digital AM Radio System mit annähernder UKW Qualität, welches auf dem weltweiten Markt zur Verfügung steht.
Die Qualität des DRM Radios ist exzellent und die Verbesserung gegenüber einer analogen AM-Übertragung ist sofort hörbar. DRM kann für eine Vielzahl von Audio-Diensten benutzt werden, einschließlich mehrsprachigen Sprach- und Musikübertragungen.
Außer der annähernden UKW Qualität bietet das DRM-System die Möglichkeit, Text- und Datendienste zu integrieren. Der zusätzliche Inhalt kann auf DRM-Empfängern angezeigt werden, um das Hörerlebnis zu verbessern.
Abweichend von anderen digitalen Systemen, die eine neue Frequenzzuweisung benötigen, kann DRM die existierenden AM- Rundfunkfrequenzbänder LW, MW und KW weiterbenutzen. Das DRM-Signal ist so ausgelegt, dass es in den existierenden Frequenzplan der AM-Bänder für Signale mit einer Bandbreite von 9 oder 10kHz passt. Darüber hinaus gibt es DRM-Modi mit einer geringen Bandbreite von 4,5kHz oder 5kHz und Modi mit dem Vorteil einer größeren Bandbreite wie 18 oder 20kHz.
Während der Systemumstellung vom analogen zum digitalen Betrieb steht ein zusätzlicher digitaler Kanal als AM-Signalisierungssystem (AMSS) dem analogen System zur Verfügung, das u.a. neben der Anzeige des Programmnamens automatische Frequenzwechsel, auch zwischen unterschiedlichen Rundfunksystemen erlaubt. Dieser "digitale Hilfskanal" im analogen Betrieb ist in der Systemumstellungsphase von Nutzen.

Viele vorhandene Sender können ohne großen Aufwand für einen DRM Betrieb modifiziert werden.

DRM wird in stationären und mobilen Radios, Autoradios, Software-Empfängern und PDAs integriert sein. Verschiedene Prototypen sind bereits produziert worden, einschließlich Software-Empfänger. Erste Seriengeräte kommen in diesen Tagen auf den Markt. Das DRM System nutzt ein Übertragungsverfahren welches COFDM (Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex) genannt wird. Das bedeutet, dass alle Daten der digital enkodierten Audio- und zugehörigen Daten-Signalen, für die Übertragung auf eine große Anzahl von dicht nebeneinander liegenden Trägern verteilt werden. Alle diese Träger sind in dem zugewiesenen Übertragungskanal enthalten. Das DRM-System ist so gestaltet, das die Anzahl der Träger variiert werden kann, abhängig von der zur Verfügung stehenden Kanalbreite und der Übertragungssicherheit, die benötigt wird.
Das DRM System kann drei verschiedene Audiokodierungsverfahren benutzen, abhängig von den Bedürfnissen des Rundfunkbetreibers. MPEG4 ACC Audio-Kodierung, verbessert durch die SBR Bandbreiten-Erweiterung, wird als allgemeines Audio Kodierungsverfahren benutzt und bietet die höchste Qualität. MPEG CELP Sprach-Kodierung kann benutzt werden, wo eine hohe Qualität der Sprach-Kodierung notwendig ist und keine Musikübertragung stattfindet. HVXC Sprachkodierung wird für die Sprachkodierung bei sehr niedriger Bitrate eingesetzt.
Die Übertragungssicherheit des DRM Signals kann entsprechend der verschiedenen Ausbreitungsbedingungen gewählt werden.
 
Im Jahre 2005 entschied das DRM Konsortium das DRM-System auf alle Rundfunkbänder unter 108 MHz zu erweitern. Folgende Bandbreiten werden abgedeckt:

47 MHz to 68 MHz    (Band I) Analoges Fernsehen
65.8 MHz to 74 MHz   (OIRT UKW Band)
76 MHz to 90 MHz    (Japanisches UKW Band)
87.5 MHz to 108 MHz  (Band II) UKW Rundfunk.

Die Systemerweiterung hat den Projektnamen DRM+. Das DRM Konsortium
testet derzeit das System (auch Feldtests) und überprüft den Entwurf von DRM+ bevor er in die existierende Revision der DRM System Spezifikation ETSI ES 201 980 einfließt